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06. bis 20. November 2025 online und in Präsenz

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Übersicht der Filme

Die Filme werden in der Originalversion mit englischen Untertiteln ausgestrahlt.

Chinatown Cha-Cha 女人世界

2024, 85 Minuten,
Regie: YANG Yuanyuan,
Genre: Dokumentation,
OmU (eng)
Freigegeben ohne Altersbeschränkung

Spielzeit:
09.11.2025, 18 Uhr, Gasteig HP8
& online

“Chinatown Cha-Cha” ist eine Langzeitdokumentation über die „Golden Gate Dollies“, eine Gruppe hochbetagter chinesisch-amerikanischer Tänzerinnen in San Francisco. Regisseurin YANG Yuanyuan begleitete sie über sechs Jahre hinweg auf einer emotionalen Reise – von ihren Bühnenauftritten über ein Wiedersehen in Havanna bis hin zur Rückkehr nach China. Der Film verwebt Archivmaterial, Interviews und performative Szenen zu einem poetischen Porträt über kulturelle Identität, gelebte Frauenleben und die lebenslange Leidenschaft fürs Tanzen.

Über die Regisseurin:

YANG Yuanyuan (*1989, Beijing) ist eine visuelle Künstlerin und Filmregisseurin. Sie studierte Fotografie an der Londoner University of the Arts. Sie verbindet Kunst und Dokumentarfilm und nahm ihre erste Langzeitproduktion “Chinatown Cha-Cha” über sechs Jahre hinweg selbst in die Hand – von der Recherche bis zum Schnitt. Ihr Werk zeichnet sich durch emotionale Tiefe, kulturelle Reflexion und eine bildpoetische Ästhetik aus. Mit ihrem dokumentarischen Langfilmdebüt etablierte sie sich als eine prägende Stimme der neuen Generation chinesischer Dokumentarfilmerinnen.

Like A Rolling Stone 出走的决心

2024, 106 Minuten,
Regie: YIN Lichuan,
Genre: Drama/Familienfilm,
OmU (eng)
Freigegeben ab 12 Jahren (emotionale Belastung: belastende Szenen)

Spielzeit:
08.11.2025, 20 Uhr, Gasteig HP8
18.11.2025, 20 Uhr, Kino Breitwand Gauting
19.11.2025, 18 Uhr, Mathäser Filmpalast
& online

“Like A Rolling Stone” basiert auf der wahren Geschichte von SU Min, die sich mit 50 Jahren entschied, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen und vier Jahre allein mit dem Auto durch China zu reisen. Der Film folgt LI Hong auf einem ähnlichen Weg: nach Jahrzehnten der Unterordnung in Ehe und Familie bricht sie auf zu einer Reise zu sich selbst. In ruhiger Erzählweise und einfühlsamer Bildsprache zeichnet der Film das Porträt einer Frau, die zwischen Pflichtgefühl und dem Wunsch nach einem klaren, selbstbestimmten Leben ihren inneren Wandel vollzieht.

Über die Regisseurin:

YIN Lichuan ist eine einflussreiche chinesische Regisseurin, Schriftstellerin und Drehbuchautorin. Ihr Werk, oft getragen von feministischen und gesellschaftlichen Themen, verbindet literarische Tiefe mit filmischen Realismus. Like A Rolling Stone ist ihr Spielfilmdebüt als Regisseurin und überzeugt durch präzise Alltagsbeobachtungen und ein feines Gespür für weibliche Lebenswirklichkeiten. Mit einer subtilen, poetischen Bildsprache erzählt Yin vom langsamen Wandel der Frau aus der Enge der Unterdrückung bis hin zur Selbstbestimmung und innerer Klarheit. 

The Shore of Life 好好说再见

2025, 111 Minuten,
Regie: ZHANG Chi & WANG Kunlin, 
Genre: Familienfilm,
OmU (eng)
Freigegeben ab 6 Jahren (emotionale Belastung: belastende Szenen)

Spielzeit:
09.11.2025, 20 Uhr, Gasteig HP8
15.11.2025, 18 Uhr, Kino Breitwand Gauting

“The Shore of Life” spielt im ländlichen Ningbo und erzählt die Geschichte von LI Ying, einer alleinerziehenden Mutter, die an Krebs erkrankt ist. Gemeinsam mit ihrer fünfjährigen Tochter kehrt sie zu ihrem entfremdeten Vater zurück. In behutsamen Bildern und ruhiger Erzählweise nähert sich der Film Themen wie Abschied, Familie und Lebensgestaltung . Die Regie zeigt das Erwachen von Versöhnung und Loslassen in jedem Detail – vom Regen in den Gassen über die Kampagne der Hospizpflege bis hin zum gemeinsamen Familienessen.

“The Shore of Life” wurde bei der 27. Filmwoche der „Belt & Road“-Initiative im Rahmen des Shanghai International Film Festival als „Publikumsliebling“ ausgezeichnet. Bei den 12. Zhejiang „Phoenix Awards“ erhielt der Film den Preis als herausragender Mittel- bis Kleinstfilm.

Über den Regisseur:

ZHANG Chi schöpft aus persönlichen Erfahrungen mit der Hospizpflege und der regionalen Alltagskultur. Gemeinsam mit Ko-Regisseurin Wang Kunlin widmet er sich Themen wie Abschied, Familie und Würde mit schlanker, emotionaler Bildsprache. Ihre visuelle Dramaturgie verbindet das Erzählte mit dem Rhythmus des Alltags und lässt dem Publikum Raum für eigene Reflexion.

A Story About Fire 燃比娃

2025, 85 Minuten,
Regie: LI Wenyu 李文愉,
Genre: Animation
OmU (eng)
Freigegeben ab 12 Jahren (Bedrohung: Ängstigung; Gewalt, Verletzung)

Spielzeit:
08.11.2025, 14 Uhr, Gasteig HP8 

“A Story About Fire” (2025), produziert von der Shanghai Film Group und Shanghai Animation Film Studio, basiert auf der Qiang-Mythologie „Imbibeva for Fire“. Ein Affe, der in einem menschlichen Stamm aufgewachsen ist, begibt sich auf die Suche nach seiner Mutter Awu Babaji - und nach dem Feuer. Auf seiner Reise besteht er gefährliche Prüfungen, erbeutet das Feuer und erlebt eine metamorphische Reifung. Die Animation verbindet traditionelle chinesische Tuschmalerei mit modernen Techniken wie Collage und experimenteller Bildsprache. So entsteht eine poetisch-archetypische visuelle Mythologie, die archaische Erzählungen mit zeitgenössischer Ästhetik vereint.  

Über den Regisseur:

LI Wenyu, Absolvent der Animationsabteilung der Peking University und Schüler von MA Kexuan, ist derzeit Associate Professor für Digital Art an der Sichuan University. Seine Kurzfilme wurden mehrfach international ausgezeichnet – unter anderem mit dem Preis der Warsaw Animation Festival Award – und liefen auf Festivals wie  Cannes und Annecy. Mit seinem ersten Spielfilm “A Story About Fire” verbindet er traditionelle Qiang-Mythologie mit innovativer Wasserfarbanimation und experimentellen Bildgestaltung. Das über vier Jahre entwickelte  Projekt erhielt zahlreiche Förderungen und Einladungen zu internationalen Filmfestivals– ein vielversprechendes Debüt und ein klares Ausrufezeichen eines aufstrebenden Talents der chinesischen Animationsszene.

Moonlight Sisters 但愿人长久

2023, 172 Minuten,
Regie: QIN Tian 秦天,
Genre: Drama,
OmU (eng)
FSK18

Spielzeit:
20.11.2025, 18 Uhr, Kino Neues Rottmann (Snackview)

Der Film konzentriert sich auf das Leben von drei Generationen Frauen: Die alleinerziehende Mutter XIA Chan kämpft in Chengdu darum, ihrer Tochter eine „städtische“ Identität zu ermöglichen. Ihre früh verstorbene Schwester XIA Juan hinterlässt die Tochter XIA Xiaomang, die aus dem Land nach Chengdu kommt, und auch die hochbetagte Großmutter KANG Guizhen spielt eine wichtige Rolle. Themen des Films sind Urbanisierung, Migration, Bildung und Generationenkonflikte. Die Regisseurin nutzt ausgedehnte Alltagsmomente und emotionale Spannung, um die Zerbrechlichkeit und Stärke der Frauen im Strudel der Zeit zu zeigen. 

„Moonlight Sisters“ wurde beim 17. FIRST Youth Film Festival im Hauptwettbewerb als „Bester Spielfilm“ ausgezeichnet.

Über den Regisseur:

QIN Tian ist ein Autor-Regisseur aus Chengdu, der Mitte der 1980er Jahre geboren wurde. Obwohl er ursprünglich Wirtschaft studiert hat, sammelte er vielfältige Erfahrungen im Alltag – von Marketing über Rettungsdienst bis hin zur Freizeitpädagogik –, die sein filmisches Auge geprägt haben. Seit 2017 arbeitet er an Kurzfilmen und hat bereits mehrere Geschichten aus dem Leben verfasst. „Fly Me to the Moon” ist sein Debütfilm, in dem er die Themen Urbanisierung, Migration und weibliche Lebenswege aufgreift.

Village Music 村庄·音乐

2024, 96 Minuten,
Regie: WANG Lina 王丽娜,
Genre: Drama/Musik,
OmU (eng)
Freigegeben ohne Altersbeschränkung

Spielzeit:
08.11.2025, 16 Uhr, Gasteig HP8 
& online

“Village Music” ist eine poetische Langzeitdokumentation über eine abgelegende Dorfgemeinschaft im Herzen der Taklamakan-Wüste in Xinjiang, China. Über sechs Jahre hinweg begleitet der Film den jungen Seneti und eine Gruppe traditioneller uigurischer Musikkünstler. In eindrucksvollen Schwarzweiß- und Infrarotbildern fängt er Rituale und Klänge ein – darunter Muqam, Mägaity und alte Erntegesänge. Seneti wächst im Rhythmus des Dorfes auf und wird zum Träger einer überlieferten Musikkultur, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Mit minimalistischem Stil und kultureller Tiefe erzählt der Film von Musik als verbindende Sprache zwischen Mensch, Gemeinschaft und Erde.

“Village Music” wurde beim 8. Pingyao International Film Festival 2024 in der Sektion „Hidden Dragons“ gezeigt und war für den Publikumspreis nominiert. 

Über die Regisseurin:

WANG Lina, geboren in Xinjiang, ist Filmregisseurin mit Abschluss in Regie. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrem Debüt “First Farewell”. Ihren Stil beschreibt sie selbst als „poetische Filmstraße in die Heimat“. Mit “Village Music” widmet sie sich über sechs Jahre hinweg der visuell-poetischen Darstellung der uigurischen Musiktraditionen und Dorfgemeinschaften. Ihre Filme verbinden lokale Authentizität mit universellen Themen wie Liebe, Tod, und kulturellem Gedächtnis.

 

The Crossing 过春天

2018, 99 Minuten,
Regie: BAI Xue 白雪,
Genre: Drama,
OmU (eng)
Freigegeben ab 16 Jahren (Gewalt, Bedrohung: belastende Szenen)

Spielzeit:
10.11.2025, 18 Uhr, Mathäser Filmpalast
& online

“The Crossing” erzählt die Geschichte der 16-jährigen Pedey, die zwischen Shenzhen und Hongkong pendelt, um ihren Traum zu verwirklichen. Der Film zeigt ein realistisches Porträt des Erwachsenwerdens: geprägt von kultureller Zerrissenheit, innerem Aufbegehren und Rebellion. Mit minimalistischer Dramaturgie, urbanen Farbkontrasten und einem atmosphärischen Soundtrack entsteht eine eindringliche Coming-of-Age-Erfahrung.

Über die Regisseurin:

BAI Xue, Absolventin der Beijing Film Academy und in Shenzhen aufgewachsen, entwickelte “The Crossing” über einen Zeitraum von rund zehn Jahren. Unter der Mentorschaft des renommierten Produzenten TIAN Zhuangzhuang verwirklichte sie ihr Filmdebüt. Für die Arbeit am Drehbuch führte sie zahlreiche Interviews mit den Protagonisten in Hongkong und Shenzhen, führte Interviews mit Protagonisten und entwickelte daraus ein vielschichtiges Script. Mit sparsamer Bildsprache, natürlichem Licht und atmosphärischer Dichte beweist BAI Xue ihr Gespür für das visuelle Erzählen – reif und zugleich frisch. Ein eindrucksvolles Debüt und ein starkes Zeichen einer neuen Generation chinesischer Regisseurinnen.

Doubles Match 乒乓男孩

2024, 105 Minuten,
Regie: Hung Po‑Hao 洪伯豪,
Genre: Drama
OmU (eng)
Freigegeben ab 6 Jahren (emotionale Belastung: belastende Szenen)

Spielzeit:
09.11.2025, 14 Uhr, Gasteig HP8
16.11.2025, 11 Uhr, Kino Breitwand Gauting

“Doubles Match" ist ein berührendes Coming‑of‑Age‑Drama über Freundschaft, Ehrgeiz und Rivalität. Der Film begleitet den jungen HU Guanyu und seinen Freund HUANG Xuan, die eine tiefe Leidenschaft für Tischtennis verbindet. Unter der Anleitung eines neuen Trainers feiern sie erste Erfolge, aber auch Entfremdung durch Trennung und Rivalität. Bei der Auswahl stehen sie sich schließlich als Gegner gegenüber: von eingespielten Doppel zur direkten Konkurrenz. Der Film überzeugt durch authentische Spielszenen und eine natürliche Inszenierung der jungen Darsteller.

„Doubles Match“ eröffnete das 26. Taipei Film Festival.

Über den Regisseur:

Hung Po‑Hao ist eine etablierte Stimme im taiwanesischen Kino. Seit 2004 arbeitete er als Regieassistenz an bekannten Produktionen wie KANO, One Page Taipei und Fly My Dog. Sein Langfilmdebüt A Leg wurde mit dem Best Feature Film Award bei den 21. Taipei Film Awards ausgezeichnet. Für Doubles Match castete Huang zwei junge Laiendarsteller aus über 500 Bewerbern sowie Olympionike Lin Yun‑Ju, um eine authentische Tischtennis-Erfahrung zu schaffen. Mit Feingefühl für sportliche Dynamik, soziale Spannungen und emotionale Tiefe zeigt Hung einmal mehr sein Gespür für das Zusammenspiel von Körper, Charakter und Konflikt im Film.

Singing in the Wilderness 旷野歌声

2021, 98 Minuten,
Regie: CHEN Dongnan 陈东楠,
Genre: Dokumentation
OmU (eng)
Freigegeben ab 12 Jahren (Selbstverletzung, emotionale Belastung: belastende Szenen)

Spielzeit: online

Der Dokumentarfilm handelt von einem christlichen Chor der Miao, der sich ein Jahrhundert lang in den Bergen versteckt hatte. Dieser wird von einem Propagandabeamten entdeckt und zu einer nationalen Sensation. Zwei junge Miaos und alle Dorfbewohner müssen ihren Glauben, ihre Identität und ihre Liebe mit der realen Welt Chinas in Einklang bringen.

Über die Regisseurin:

CHEN Dongnan, Absolventin des Dokumentarfilmprogramms der New York University, hat mit ihrem Debütfilm THE TRAIL FROM XINJIANG, einem Porträt dreier Taschendiebe aus dem fernen Westen Chinas, auf Festivals, an Universitäten und in Museen weltweit für Aufsehen gesorgt. Dieser Film ist zu einem der meistgesehenen Dokumentarfilme im Untergrund geworden. SOUND OF VISION, ein experimenteller Kurzfilm über die Erkundung New Yorks durch einen blinden Mann, wurde für einen Emmy nominiert, bei HotDocs uraufgeführt und auf PBS POV ausgestrahlt. SINGING IN THE WILDERNESS, ihr erster Dokumentarfilm, wurde unter anderem von Sundance, DMZ und dem Xining First International Film Festival unterstützt.

The House of 72 Tenants 七十二家房客

1963, 83 Minuten,
Regie: WANG Weiyi 王为一,
Genre: Drama/Komödie
OmU (eng)
FSK18

Spielzeit:
08.11.2025, 18 Uhr, Gasteig HP8

“The House of 72 Tenants” (1963) basiert auf dem gleichnamigen Slapstick-Theaterstück aus Shanghai wurde von der Zhujiang Filmfabrik und Hong Kong Hongtu Film produziert. Die Handlung spielt im damaligen Guangzhou: 72 arme Familien leben beengt in  einem alten Hinterhof und werden von dem tyrannischen Vermieter Bing‑Gen sowie korrupten Polizisten unter Druck gesetzt. Doch gemeinsam leisten sie Widerstand gegen Zwangsräumungen und Behördenwillkür – in einer Komödie voller Satire, Solidarität und bissigem Witz über das Leben der kleinen Leute.

Über den Regisseur:

WANG Weiyi (1911–2013) war ein Pionier des chinesischen Films und der erste Direktor der Zhujiang Filmfabrik. Er begann seine Laufbahn als Musiker und Regieassistent und prägte ab 1949 das kantonesischsprachige Realfilmformat maßgebliche - unter anderem mit Pearl River Tears, das den Grundstein für das südchinesische Filmschaffen legte. Mit The House of 72 Tenants (1963) gelangen ihm eine wegweisende kulturelle Neuinterpretation eines Shanghaier-Slapstickstücks für das kantonesische Publikum – eine gelungene Mischung aus regionalem Humor und politischem Subtext. Seine Regiemaxime „Ein Regisseur soll unsichtbar sein“ spiegelt sich in seinem Stil wider: minimalistisch, lebensnah und emotional eindringlich.

Spring in a Small Town 小城之春

1948, 98 Minuten,
Regie: FEI Mu 费穆,
Genre: Drama/Liebesfilm
OmU (eng)
FSK18

Spielzeit:
06.11.2025, 19:30 Uhr, Gasteig HP8 

“Spring in a Small Town” (1948) erzählt die Geschichte der stillen, von Resignation geprägten Ehe zwischen Zhou Yuwen und dem kränkelnden Dai Liyan in einer südchinesischen Kleinstadt. Als Zhang Zhichen, Yuwens früherer Geliebter, unerwartet zu Besuch kommt, brechen unterdrückte Gefühle auf. Zhou entscheidet sich letztlich für ihre Ehe; Zhang verlässt die Stadt.

Mit nur fünf Figuren, einer poetischen Off-Stimme und langen, eindringlichen Kamerafahrten entfaltet der Film große psychologische Tiefe und feinsinnige Spannung im Inneren seiner Figuren. Die minimalistische Inszenierung und die ruhige Erzählweise machten Spring in a Small Town zu einem Meilenstein des chinesischen Erzählkinos – und zu einem frühen Beispiel für eine Verschmelzung der Ästhetik zwischen Osten und Westen.

Über den Regisseur:

FEI Mu (1906–1951) gilt als einer der bedeutendsten Künstler des klassischen chinesischen Kinos. Geboren in Shanghai, verfolgte er konsequent die Maxime „chinesische Seele, westliche Technik“. Seine Werke, darunter Tian Lun, Death and the King’s Horseman und vor allem Spring in a Small Town, zeichnen sich durch lange, ruhige Einstellungen, subtile Klanggestaltung und eine poetische Bildsprache aus. Sein Ziel: Film als Form der visuellen Lyrik, getragen von chinesischer Ästhetik. Spring in a Small Town war sein letztes großes Werk und wurde posthum zum Klassiker der Filmgeschichte.

This Life of Mine 我这一辈子

1950, 120 Minuten,
Regie: SHI Hui 石挥,
Genre: Drama/Geschichte
OmU (eng)
FSK18

Spielzeit:
07.11.2025, 17 Uhr, Gasteig HP8

“This Life of Mine” (1950) basiert auf dem gleichnamigen Kurzroman von Lao She und wurde von SHI Hui inszeniert, der zugleich die Hauptrolle übernahm. Der Film begleitet das Leben eines alten Pekinger Polizisten über fast fünf Jahrzehnte – von den letzten Jahren der Qing-Dynastie über die Republikzeit bis hin zur Befreiung durch die Volksbefreiungsarmee. Der Protagonist wird Zeuge von Korruption und gesellschaftlichem Wandel, erleidet persönliche Verluste, erlebt die Inhaftierung seines Sohnes und endet schließlich als Bettler – ehe er mit leiser Zuversicht dem Einzug der neuen Ordnung entgegensieht. Mit seinem nüchternen Realismus und der dichten Schilderung sozialer Umbrüche gilt “This Life of Mine” als Meilenstein des chinesischen Sozialdramas.

Über den Regisseur:

SHI Hui (1915–1957), begann seine Karriere als gefeierter Bühnenschauspieler und wurde als „König des Peking-Theaters“ bekannt. Später wandte er sich dem Film zu und wirkte als Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor. Sein Meisterwerk “This Life of Mine” gilt als Höhepunkt seines Schaffens. Zu seinen weiteren bedeutenden Arbeiten zählen “Guan Lianzhang” (关连长), “Feather Letter” (鸡毛信) und “Fog at Night” (雾海夜航), in denen er gesellschaftliche Umbrüche mit großer erzählerischer Klarheit und humanistischer Tiefe inszenierte. 

Reflection in the Lake 时间旅馆

2024, 103 Minuten,
Regie: ZHAI Yixiang 翟义祥,
Genre: Drama/Liebesfilm
OmU (eng)
FSK18

Spielzeit:
11.11.2025, 18 Uhr, Mathäser Filmpalast

Der Film erzählt die Geschichte des Schriftstellers LI Tang, der eines Tages plötzlich einen Anruf seiner ehemaligen Geliebten GAO Li erhält. Sie kommt für drei Tage in die Stadt, in der er lebt. In der begrenzten Zeit erinnern sie sich an die Vergangenheit, erleben die Gegenwart und inszenieren die Zukunft. Vor ihrer Verabschiedung führt GAO Li LI Tang zum Xuanwu-See und offenbart eine längst verschlossene Erinnerung, die LI Tang in Verwirrung und Nachdenken über Zeit und Erinnerung stürzt. Der Film nutzt fragmentarische Erzählweise und Raumwechsel, verbindet Hotel, See und Straßenszenen zu einem Labyrinth der Zeit und untersucht, wie Erinnerungen, verpasste Möglichkeiten und das Bewusstsein der Zeit das menschliche Dasein prägen.

Über den Regisseur:

ZHAI Yixiang, in Jiangsu geboren und derzeit in Peking ansässig, ist ein aufstrebender chinesischer Regisseur. 2014 erhielt er mit seinem Werk „Back to Life” den Preis für den “Besten künstlerischen Beitrag" (Best Artistic Contribution Award) beim 9. FIRST Youth Film Festival und fand Anerkennung bei Filmfestivals wie dem Hamburger Filmfestival und der Beijing Independent Film Exhibition.

Mit „Reflection in the Lake“ legt er nun seinen dritten Spielfilm vor. In diesem Werk setzt er seinen poetischen und experimentellen Stil fort, nutzt fragmentierte Erzählungen und komplexe Zeitstrukturen, um die Verflechtung von Erinnerung, Emotion und Existenz zu erforschen. Seine Filme bewegen sich meist zwischen Alltag und Traum und konzentrieren sich auf die Brüche und inneren Resonanzen seiner Figuren.

As the River Goes By 水东游

2024, 99 Minuten,
Regie: HU Zhaoxiang 胡兆祥,
Genre: Drama,
OmU (eng)
FSK18

Spielzeit:
07.11.2025, 19:30 Uhr, Gasteig HP8
17.11.2025, 20 Uhr, Kino Breitwand Gauting

“As the River Goes By” (2024) erzählt die Geschichte eines Zugfahrers, dessen Alltag durch ein leichtes Erdbeben erschüttert wird – und damit auch seine Kindheitserinnerungen. Ein Klassentreffen führt ihn zu seiner Jugendliebe zurück, während eine alte Kamera seines verstorbenen Vaters vergessene Bilder ans Licht bringt. Wie ein Fluss nimmt die Zeit ihren Lauf, bringt Traumata aus der Kindheit zurück und legt schmerzhafte wie zärtliche Schichten des Vergangenen frei. Mit feinsinniger Bildsprache und zeitlicher Verdichtung entsteht eine poetisch aufgeladene Rückschau einer Coming-of-Age-Geschichte.

Über den Regisseur:

HU Zhaoxiang (*1997) ist Absolvent der Zhejiang University of Media and Communications. Sein Kurzfilm “At Elsewhere” wurde auf dem Beijing International Short Film Festival und HiShorts TE präsentiert. Mit dem Debütfilm “As the River Goes By” (2024) erzählt er in einem poetisch-symbolischen Stil von Erinnerung, Trauma und innerer Versöhnung. Hu verbindet persönliche Bildsprache und reflektierte Erzählstruktur und positioniert sich somit als vielversprechender talentierter Regisseur der chinesischen New Wave.

Last Wish 最后的心事

2024, 117 Minuten,
Regie: GONG Xun 龚洵,
Genre: Drama/Familienfilm
OmU (eng)
Freigegeben ab 6 Jahren (emotionale Belastung: belastende Szenen)

Spielzeit:
13.11.2025, 18 Uhr, Mathäser Filmpalast
& online

„Last Wish“ ist ein von der jungen Regisseurin GONG Xun selbst geschriebenes und inszeniertes Drama, das am 14. September 2024 in Festlandchina veröffentlicht wurde. Der Film erzählt die Geschichte eines fast siebzigjährigen Mannes, der nach vielen Jahren des Lebens in der Stadt mit seinen Kindern an seinem 70. Geburtstag beschließt, in seine Heimat zurückzukehren. Dort besucht er seine Geschwister und setzt sich neu mit familiären Beziehungen und Lebenserinnerungen auseinander. Die fließenden Landschaften des Dorfes und die stillen Familiendialoge verweben sich zu einer emotionalen Landschaft im Wandel der Zeit. Die Erzählung des Films ist schlicht, poetisch und zeigt den inneren Weg gewöhnlicher Menschen.

Über die Regisseurin:

GONG Xun ist eine aufstrebende chinesische Regisseurin und Drehbuchautorin. Mit „Last Wish“ realisiert sie ein filmisches Werk, das die Themen Heimat, Familie und Erinnerung hinterfragt. Ihr Stil zeichnet sich durch eine reduzierte Erzählweise und visuelle Zurückhaltung aus. In Interviews bezeichnet sie den Film als „bürgerliches Epos einer chinesischen Familie“ und betont die Kraft, mit der die Gefühle gewöhnlicher Menschen mit dem Zeitgeschehen verwoben sind. Obwohl ihre bisherigen Arbeiten und Auszeichnungen noch nicht weit diskutiert wurden, gilt sie als vielversprechende Stimme der neuen Generation chinesischer Filmschaffender.

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